Allgemein

Jetzt auch bei uns: Kinotechnik & -beratung

Wir lieben nicht nur das klassische Kino: dunkler Raum, Ruhe, geschlossene Tür, nur der Film und das Publikum. Nein, auch das Open Air Kino geht uns mittlerweile ganz wunderbar rein; eine zweite Liebe könnte man sagen. Einige Missionen und Screenings haben wir in den letzten Jahren realisiert, weitere werden folgen.  Über die Jahre haben wir uns Stück für Stück alle Technik zugelegt, die es dazu braucht: Beamer, Leinwand, Anlage sowie natürlich alle Kabel, Mixer, Abspielgeräte, die dazu notwendig sind sowie kleine Spielereien wie Popcornmaschine, Liegestühle und Deko. Unser Schambrowski e.V. als auch wir nutzen die Sachen immer wieder. Aber, gern können dies auch andere machen, heißt, wir verleihen gern alles was wir haben, gern auch mit einer kleinen Beratung bzw. einem Gespräch über euer Vorhaben, wenn ihr mögt. Gern teilen wir Erfahrungen aus unserer eigenen Kinopraxis.  Wenn ihr Ideen habt, Fragezeichen oder eben ganz konkret auf unsere Technik und Sachen zugreifen wollt, meldet euch gern: hello[ät]rotzfrech-cinema.com Was wir konkret haben:  Erfurt Panasonic PT-FRQ60B – 6.000 ANSI Lumen, HD 1080p / 4K UHD, Laser PhosphorOptoma ZH450 Laserbeamer – 4.500 Lumen, Full HD AV Stumpfl Leinwand – 3,00 × 2,30 m – Front- und RückprojektionAV Stumpfl Leinwand – 4,00 × 2,30 m – Front- und RückprojektionAV Stumpfl Leinwand – 4,00 × 3,00 m – Frontprojektion HK Audio Polar 12 – 2000 Watt Class D Endstufe, Maximalpegel: 127 dB, 6x 3″ Mittenlautsprecher, 12″ Langhub Subwoofer + Mischpult 40 Liegestühle, Popcornmaschine, Deko u.a. Leipzig Optoma ZH403 Laserbeamer – 4.000 Lumen, Full HD AV Stumpfl Leinwand – 2,64 × 2,03 m – Front- und Rückprojektion Ansonsten Können wir euer (Open Air) Kino – mit unserer Technik – auch auf- und abbauen sowie alles anliefern bzw. mit oder für euch durchführen sowie zusätzlich auch die Filmlizenzbeschaffung und Anmeldung übernehmen.   In diesem Sinne:Alles kann, nix muss; Hauptsache Kino 🙂Darum, meldet euch gern.

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Wir brauch(t)en euer Geld – Wenn Hoffnung keimt

Das war nicht unser Tag, als der Anruf kam, dass unser Antrag nicht bewilligt wird. Noch im Gespräch war klar, mist, wir haben ein Problem: Wie kriegen wir unsere WOLKEN ÜBER LÜTZERATH Kino-Tour finanziert. Alle 13 Tourstopps waren fest, alle Plakate bestellt und verschickt, alles schon so weit gereift, das man hätte sofort losfahren können. Und dann das. 10.000 Euro, die auf einmal fehlen. Als kleinster Filmverleih der Welt, wie wir gern immer sagen, ist das richtig viel Geld; das haben wir weder als Rücklage noch in irgendeiner Portokasse; auf Kante genäht, ist bei uns oft ein Dauerzustand. Kein Filmverleih kommt in Deutschland ohne Förderung aus, das habe ich damals als einen der ersten Lehrsätze von unserem damaligen Mentor gelernt. Den Zahn müsse er mir gleich ziehen, hieß es; ihr werdet immer eine Förderung brauchen. Ich weiß noch, wie es sich in mir sträubte, wir bleiben auf ewig independent dachte ich mir. Aber nein, er hatte recht. Wenn man einen Film ins Kino und auf die Leinwand bringt, gibt es gefühlt 1000 Dinge, die du machen kannst oder auch machen solltest. Und fast alles kostet Geld bzw. war uns relativ schnell klar, dass, wenn wir kein Geld an unsere Freund*innen und Kolleg*innen zahlen können, und deren Leistung immer als Support und Ehrenamt abrufen, tragen deren Schultern unsere Arbeit; das wollten wir definitiv nicht. Wir arbeiten mit grandiosen Leuten zusammen, alle Bereiche Druck, Grafik, Art Work, Texte, Kinos, Betreuung, Technik usw. usw., wir kennen uns alle schon lange, wir würden niemand von ihnen missen wollen, es gibt immer mal wieder auch einen guten Preis, aber im Kern ist es uns enorm wichtig, dass alle davon leben können. Das niemand 30h ihrer Zeit investiert und dann mit 50 EUR am Ende rausgeht. Wer soll davon leben, irgendwas bezahlen können? Auch vor diesem Hintergrund war klar, wir brauchen Förderungen, um die vielen, vielen Aufgaben irgendwie bezahlen zu können. Und klar, jeder Film bringt uns Einnahmen, mal mehr, mal weniger, aber im Kern bringen wir politische und subkulturelle Dokumentarfilme ins Kino, da wird schnell klar, damit holst du keine 500.000 Menschen ins Kino; das ist und bleibt oft Nische und das heißt, da werden niemals die 100.000den Euro fließen, von den Millionen Mal ganz zu schweigen. … Die ersten Tage rangierten wir zwischen traurig & ratlos und dem Gefühl, unendlich klein zu sein, es war alles schwer. Doch relativ schnell keimte auch die Idee, die Hoffnung, komm, wir finden einen Weg. Und wenn die uns nicht helfen, dann fragen wir die, die immer da sind, für die wir alles machen: unser Publikum. Und so kam es. Wir setzten eine Crowdfunding Kampagne auf, legten alles offen, für was wir Geld brauchen, wo es drückt und fehlt und schauen was passiert. Und dann gingen wir online. Mit dieser SEITE. Nach einer Stunde rufte ich Kubi an, Kubi, wir haben schon 50 EUR, wir geil ist das denn?! Vielleicht kommt ja wirklich was zusammen. In weniger als einer Woche hatten wir 2000 EUR zusammen, 74 Leute haben bisher gespendet, wieeeeeee krass ist das? Viel zu krass! 🙂 Dazu schreiben Leute, dass sie kein Geld haben, aber wir bei ihnen schlafen könnten, unsere Druckerei sagt, lasst das Geld für die Aufkleber diesmal stecken, wir zahlen für euch, Kinos melden sich und sagen, wir überlassen euch die gesamten Einnahmen des Abends. Das alles ist so unglaublich. Die Magie des Kinos, davon sprechen wir oft, das atmen wir, oft meint es die Atmosphäre während einer Vorführung, wenn alles passt und stimmt und alles rund und perfekt wirkt, für den einen Moment, für diese eine Projektion. Die Magie des Kinos meint aber auch, niemand ist allein, wenn den einen das Geld abhandenkommt, stützen andere, sind andere da, helfen, trösten, reden einem gut zu; damit eben genau jenes Kinoerlebnis entstehen kann, vorbereitet im Hintergrund aka das Backend der Kinomagie. All das erleben wir gerade und wir sie so unendlich glücklich darüber und auch ein wenig stolz, weil wir fühlen und wissen, dass uns das beste Publikum, die beste Crowd der Welt trägt und begleitet; und wir niemals nie alleine sind. Wenn wir jetzt auch noch auf volle Kino-Säle treffen, ihr Lieben, wir werden bis zum Sterbebett immer diese Geschichte erzählen, wie wir damals nicht mehr weiter wussten, nach dem Anruf und der Absage und dann am Ende WOLKEN ÜBER LÜTZERATH mit vielen, vielen helfenden Händen, Köpfen und Herzen ins Kino getragen haben, damit die Erlebnisse in Lützerath sichtbar sind und bleiben, motivieren und begeistern und einen kleinen Teil zum besseren Ganzen beitragen. Diese Geschichte wollen wir gern erzählen, und gern mit Tränen in den Augen und tief gerührt, bis ganz zum Ende. In tiefer Verbundenheit und Freundschaft, Tom/ Rotzfrech Cinema —- Ihr habt Lust uns zu unterstützen? Hier ein paar Ideen. 1) Unterstützt gern unsere Startnextkampagne: https://www.startnext.com/wolken-ueber-luetzerath2) Kommt ins Kino und auf unsere Tour, alle Termine findet ihr auf unserer Filmseite: https://rotzfrech-cinema.com/wolken-ueber-luetzerath/ – denn Kino lebt von und durch das Publikum3) Sagt es gern weiter, dass es WOLKEN ÜBER LÜTZERATH gibt, und alle ihn gern zeigen können, im eigenen Kino, in eigenen und anderen Räumen, draußen, drinnen, alles ist denkbar, Kino geht fast überall4) Meldet euch gern mit eigenen Ideen, oder Kommentaren, Anmerkungen, Tipps, Wünschen, …. hello[ät]rotzfrech-cinema.com – welcome!

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Wolken über Lützerath – Bewegung im Kino

Lukas hatte uns irgendwann eine Email geschrieben, klassisch, über unser Kontaktformular. Ein kurzer Text, zu sich und seinem Film. Wolken über Lützerath. Wir waren damals auch dort; schön im Kleinbus nach Lützi zur großen Demonstration, die vielen, vielen Bilder, der ganze Schlamm und die Stimmung von damals glühen heute immer noch nach. Dazu ein Film, mhm. Ich war neugierig, aber irgendwie auch verhalten; ich glaubte zu wissen, was nun kommt, Aktivist*innen machen dies, RWE macht das. Doch weit gefehlt, es kam alles ganz anders. Es war schon Abends als ich Lukas Mail öffnete, dem Link zu seinem Film wollte ich dennoch kurz folgen, kurz schauen, ob alles funktioniert; damit, wenn sich die Zeit findet, es sofort in unserem Schambrowski mit der Sichtung losgehen kann. Die Tür unseres Kinos stand an diesem Abend noch offen, die Wärme des Tages zog angenehm herein. Film ab, kurz schauen was passiert bevor es in den Feierabend geht. 106 Minuten später saß ich immer noch dort. Die Tür war immer noch auf, es war dunkel geworden. Von draußen sah man mich sitzen, am Schreibtisch, eine kleine Leselampe, der Rücken krumm, mein Laptop und Lukas Film leuchteten mir ins Gesicht. Ich hatte geweint, gelacht, ich war gerührt und bewegt, interessiert, neugierig und vor allem konnte ich nicht aufhören immer weiter zu schauen. Ich wollte diesen Film nicht loslassen. Es gibt eine Stelle – ich werde sie euch nicht spoilern, keine Sorge – da hängt Lukas im Seil, die Bilder kurz vorher, ich konnte es kaum aushalten, ich dachte irgendwann, wie kommt der Film hier wieder raus, und dann: cut, Lukas nimmt die Kopfhörer ab und alles wird ruhig. Diese Szene ist mir bis heute im Kopf. Ich würde wirklich sagen, dass ich diese Szene liebe, und vor allem vergesse ich sie nicht. Ohne, dass ich wusste, was ich in dieser Phase des Films brauchen könnte – inhaltlich, ästhetisch, akustisch – gab Lukas mit diesem cut die richtige Antwort. Spätestens ab diesem Punkt fühlte ich mich mit WOLKEN ÜBER LÜTZERATH ganz eng verbunden, spätestens jetzt wusste ich, ja Lukas, ich will ganz sehr und unbedingt das dieser Film zu uns kommt. Ich fühle ihn enorm. Danke für deine E-Mail, danke für diesen Film. In großer Vorfreude auf diese Reise, Tom —— Nun ist es soweit. Wir gehen auf Tour, mit Lukas und seinem Film, vom 18.-30.05. Wir freuen uns sehr. Nach FASSADEN von Alina Cyranek geht es mit WOLKEN ÜBER LÜTZERATH weiter politisch durchs Land, am 18.05. starten wir in Köln. Weitere Infos folgen. Bis dahin schaut gern auf unsere Filmseite. 

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Häusliche Gewalt – FASSADEN muss ins Kino

Ich weiß gar nicht so recht wo und wann es eigentlich anfing. Gab es eine Mail, einen Anruf, oder ein zufälliges Treffen? Alina wird es vielleicht noch wissen; vielleicht ist es am Ende aber auch gar nicht so wichtig. Was mir hingegen in bester Erinnerung geblieben ist, ist die Art, wie wir zusammenfanden. Von Anfang an sehr herzlich, sehr warm, sehr vertraut; und wir teilten von Anfang an eine ähnliche Idee, eine gemeinsame Vision vom Kino, vom Dokumentarfilm und wie beide am besten zusammenkommen sollten. Das war toll.  Worum es ging? Natürlich um ihren neuen Film. Sie hat schon einige gemacht, Alina Cyranek ist eine enorm engagierte, grandiose und sehr beherzte Filmemacherin. Einige Filme sind schon durch ihre Hände gegangen, einiges hat sie schon auf die Leinwand gesetzt oder dort kommentiert.  FASSADEN scheint aber besonders, für sie, aber auch für mich, für uns. Ich habe großen Respekt vor ihrem Film. Ich wusste, das Thema ist – leider – enorm wichtig, enorm präsent, jeden Tag: Häusliche Gewalt gegen Frauen. Ja, das gibt es noch, ja, und zwar schon sehr lange, schon fast immer. Jeden Tag werden Frauen und Mädchen geschlagen, gedemütigt, vergewaltigt, bedroht, und auch getötet – in Beziehungen, von ihren Partnern, Freunden, Ehemännern oder von ihren Ex-Partnern, Ex-Freunden und Ex-Männern. Es ist grausam, unverständlich und jeden Tag bittere Realität. Wer es – immer noch – nicht glauben kann, dem seien die jährlichen Zahlen des BKA zu Häuslicher Gewalt „empfohlen“. Sie bebildern die gemeldeten und verfolgten Taten; die Dunkelziffer ist um einiges höher! Unfassbar. Und dennoch, mein erstes Gefühl war, da bin ich ehrlich, der Film ist nichts für uns. Das liegt thematisch zu weit weg von dem was wir machen. Unsere Filme bebildern Menschen, meist aus subkulturellen und politischen Zusammenhängen, die mit sehr viel Eifer und Energie ihren Leidenschaften folgen; da kommen wir her, das machen wir schon seit fast 13 Jahren so. Doch wie viel politischer könnte ein Film sein als Alinas FASSADEN? Ein Film, der die Betroffenen, und nur die Betroffenen und ihre Perspektiven in den Mittelpunkt rückt, ihre Ängste, ihren Schmerz, die Demütigungen, die Gewalt und die Möglichkeiten aus solchen Beziehungen wieder rauszukommen, den Mut, die Kraft, die sie aufbringen, um sich gegen die Ungerechtigkeit, gegen die Unterdrückung zu wehren. Es geht kaum politischer, es geht kaum kraftvoller.    Und dann sagt Alina, ich werde es für den Rest meines Lebens nicht vergessen: „Wenn ich es nicht mit euch mache, dann mache ich es mit niemanden!“ Welch eine Wertschätzung, welch ein Lob, was für ein Kompliment. In den folgenden Wochen dachten wir viel darauf herum, aber eigentlich war zu diesem Zeitpunkt schon klar, wir müssen diesen Film machen, wir müssen ihn ins Kino bringen; er ist einfach zu wichtig, zu gut, er muss auf die Leinwand, unbedingt. Und nun stehen wir hier, die Tour steht, die größte die wir bisher gestrickt haben. 21 Screenings in 18 Tagen, das wird was, vor allem intensiv. In vielen Städten gibt es Bündnispartnerinnen, engagierte Netzwerke, die von Gewalt betroffenen Frauen helfen, sie unterstützen, ihnen Schutz und Beratung bieten. Wir sind froh einen Teil von ihnen auf unserer Tour begrüßen zu können, und wir hoffen durch Alinas Film auch deren Arbeit und Wirken sichtbar zu machen, und deren Notwendigkeit. Wir freuen uns auf das was kommt.In diesem Sinne, raus ins Kino, raus zum politischen Film, rein in die Debatte und in die Diskussion. Ihr wollt uns unterstützen, dabei sein, habt Ideen, Interesse, wollt über unseren Film und die Tour berichten und schreiben, eigene Screenings organisieren – dann meldet euch gern jederzeit bei uns: hello[ät]rotzfrech-cinema.com Soweit für den Moment.Herzliche und vorfreudige Grüße, Tom / Rotzfrech Cinema  

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Endlich DVDs – A GUARDIA DI UNA FEDE

Jetzt haben wir so lange an dieser DVD gearbeitet, so viele Anrufe und Mails ausgetauscht, so oft zusammengezuckt, wenn ausm Presswerk wieder ein Update kam, dass wir nicht einfach so ein Haken setzen können. Ein paar Worte wollen wir schon nochmal verlieren. Eigentlich hatten wir uns alles irgendwie leicht vorgestellt; oder zumindest leichter. Aber nein, Stefan dachte bei den Bonusclips – die Andrea extra aus seinem riesigen Archiv zusammengesucht hatte; und ihr könnt euch vorstellen, wie ein Archiv aussieht, wenn man mindestens 20 Jahre ein Kurve dokumentiert und porträtiert -, dass einige von denen natürlich einen Untertitel kriegen müssen; dafür waren die Momente und Einblicke einfach zu wichtig, zu elementar, als dass sie einfach so im italienischen Original durchlaufen können. Und damit ging es los; bis ins kleinste Detail wurde hier gearbeitet, Schleife um Schleife bis Stefan meinte, ja, so kann es raus. Dann wollte ein Master erstellt, ein Umschlag gebaut, ein Booklet gesetzt, neue Aufkleber bestellt werden, irgendwie wurde es immer mehr; wie wenn man als Kind auf etwas kaute, was nicht weniger wurde, sondern im Gegenteil, eben immer mehr; bloß eben auf nett. Wir sind alle so, so froh, dass am Ende der Anruf kam, unsere DVDs sind fertig und werden jetzt versendet. Direkt ins Erlebnis Fussball HQ, von dort wird dann gepackt und losgelegt und schon die ersten DVDs vor Weihnachten verschickt. Unser Rotzfrech Shop zieht dann im Januar nach. In welchen der beiden Shops ihr dann bestellt, ist letztlich egal, wir sind Freunde und teilen alles aka in den Shops getrennt, in der Mission vereint. Und warum jetzt eine DVD? Weil wir daran glauben, dass es manche Sachen gibt, und dazu gehören auf jeden Fall auch Filme, die man analog festhalten muss und sollte. Dinge berühren, drehen, wenden, blättern, liegen lassen, vergessen, drauf treten, verschenken, tauschen, ausleihen, wiederfinden, verpacken, verschenken – das alles funktioniert analog irgendwie besonders gut; digital hingegen gar nicht. Außerdem hat man das Gefühl, dass es zwar nicht ewig hält, aber zumindest sehr, sehr lange; eine lange und beständige Begleiterin; das gibt es heutzutage nicht häufig, diese DVD könnte es aber werden, eine lange und ständige Begleiterin in euren Regalen; die man immer wieder zu Rate ziehen kann, wenn die Welt mal wieder aus den Fugen gerät und man sich fragt, warum macht man das hier alles … Weil es ganz wunderbar ist, seine Welt mit viel Energie, Leidenschaft und vielen Gleichgesinnten zu dem Ort zu machen, wie man ihn für sich und die vielen Anderen wünscht und träumt.       Wenn ihr überlegt, euch eine DVD zu kaufen, habt eine gute Zeit damit aka danke für euren Support, denn genau das ist der Kauf der DVD, ihr unterstützt damit Rotzfrech Cinema, Erlebnis Fussball sowie Andrea und Andrea, die diesen Film gemacht haben.; nette Leute, nette Orte, die immer wieder danke sagen, für die ganze Begeisterung, danke an die vielen Mitreisenden, Unterstützerinnen und Unterstützer, die diesen Film mit so viel Euphorie getragen und begleitet haben und damit A GUARDIA DI UNA FEDE zu etwas ganz Großem haben werden lassen. In diesem Geiste und mit der Magie des Kinos im Blick, beherzte und zugleich erschöpfte Grüße,Eure DVDCREW

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Land am Wasser – ein neuer Film

Ich hab Tom Lemkes Film LAND AM WASSER zum ersten Mal so richtig in unserem Kino gesehen, im Schambrowski in Erfurt, unsere kleine Wundertüte. Wir hatten Tom eingeladen, um danach mit ihm ins Gespräch zu kommen. Ich saß mitten im Publikum, obwohl ich ansonsten gern immer hinten sitze, aber ich wollte ganz nah dran sein, ich spürte, der Film und ich, wir wollen das. 10 Jahre ist es her, das Toms Film die Goldene Taube auf dem DOK LEIPZIG FILMFESTIVAL gewann. Normalerweise bzw. hin und wieder ist ein solcher Preis der Beginn einer Filmkarriere, vor allem, wenn du den Preis in gold gewinnst, das heißt schon was. Aber es kam anders. Der Film fand keinen Verleih, Thomas, sein Produzent, klemmte sich rein, organisierte Vorführungen, immer wieder und wieder; aber ja, er ist eben Produzent und kein Verleiher. Darum wartete der Film, doch es passierte nix, die Warteschleife wurde zur Haltestelle. Bis jetzt. Tom erzählte später, dass es mal die Idee gab, seinen Film zu untertiteln, er hat das sofort und immer abgelehnt. Was eine wunderbare Entscheidung. Denn genau die Sprache des Films zieht einen sofort in den Bann, zumindest, wenn man „ausm Osten“ kommt. Sächsisch in Reinform, durchzogen von ländlichen Dialekten, die immer wieder zerfließen, bis fast ins unverständliche; aber umso vertrauter. Der Film drückte mich so sehr und warm in meinen Sessel, ich wollte ganz schnell, ganz viel sehen, mehr erfahren über Silvio, Dieter und Norbert, die drei Protagonisten des Films, die so sehr und entschlossen an ihrem Zuhause festhalten, wie Kinder an ihrem Spielzeug.       Klima, Kohle, Bergbau, Armut und das Leben und Helfen auf dem Land – Aspekte, die der Film aufgreift und bebildert, auf eine besondere Art, mit einem fast stoischen Blick auf die Dinge, die passieren; in ingesamt 10 Jahren, die Tom Lemke immer wieder vor Ort war. Ich bin total glücklich und froh, LAND AM WASSER bei uns begrüßen zu dürfen. Auch bin ich froh, dass wir ein neues und sehr stimmiges Plakat haben; danke an Sebastian Lind fürs Einfühlen und entstehen lassen. In diesem Sinne, schaut gern rein, nehmt den Film mit in eure Kinos und auf eure Leinwände. Wir würden uns freuen! Beherzte Grüße, Tom / Rotzfrech Cinema

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PROVISORIUM – ein neuer Film, ein wichtiger Film

Wir lieben subkulturelle Filme, damit sind wir groß geworden, sie stehen im Zentrum unserer Arbeit. Aber, im Zentrum steht eben auch der Film an sich. Filme, die uns berühren, bewegen, mitnehmen und uns wichtig sind. Oder anders: Was macht man mit Filmen, die man liebt, die aber – zumindest auf den ersten Blick – thematisch woanders liegen? Ganz einfach, man nimmt sie auf. Denn, in erster Linie fühlen wir uns dem Film und unserem Publikum verpflichtet. In zweiter Linie, und dieses Gespräch hatten wir schon damals, mit dem Film DER MANN, DER NIE IM ALL WAR, sehen wir in all unseren Filmen rote und ganz wunderbare Linien, die alle miteinander verbinden und Gemeinsamkeiten offenlegen. Unsere Filme porträtieren Menschen mit ihren Leidenschaften, Missionen, Anstrengungen und Motivationen; um welche Gegenstände sich ihre Träume und Köpfe letztlich drehen – Graffiti, Skateboards, Fußball, Weltall … – vielleicht ist dies, ganz nüchtern geguckt, zweitrangig, weil wir vor allem fasziniert auf die Menschen schauen, die in ihrer eigenen Welt ganz wunderbare Dinge realisieren, für sich und ihre Blase, manchmal auch für viele Menschen außerhalb ihres Kosmos; aber egal, wie die Welt ‚da draußen‘ reagiert, sie ziehen durch, gegen alle Widerstände, Herausforderungen und Grenzen. Einfach großartig, ein filmischer Pool an Träumen und Zuversicht. Vor diesem Hintergrund haben wir nicht lange überlegen müssen, PROVISORIUM, nehmen wir den Film auf?! Wir wussten sofort, dieser Film muss zu uns. Nicht weil es Markus Lenz ist, der schon zwei Filme bei uns hat (RUINA, CLANDESTINA MENTE), sondern weil es ein Film ist, der leider zu gut in unsere Welt passt. Eine Welt, die immer mehr Kriege kennt und zulässt und gleichzeitig immer seltener über Frieden spricht. Frieden, wie geht das? Nicht als schrille Forderung auf rechten Demos oder skurrilen Flugblättern, sondern ernst gemeint, auf Augenhöhe, im Austausch und mit Blick auf alle Beteiligten und mit der Idee, alle sollen im Guten leben. Markus Lenz hat fünf Jahre in Kolumbien verbracht, ein Land, was sich Jahrzehnte im Bürgerkrieg befand, Hunderttausende sind gestorben, vermisst, verletzt; das ganze Land ist mit Narben und Traumata durchzogen. Und dennoch, 2016 wird ein Friedensvertrag unterschrieben, das unmögliche scheint greifbar. Und jetzt? In diesem Prozess und Umbruch leben und kämpften Vicky und Yulieth, zwei kolumbianische FARC-Rebellinnen. Sie geben ihre Waffen ab, nehmen an Programmen und Workshops teil, beginnen eine Ausbildung, ein neues Zuhause, neue Wege und Möglichkeiten eröffnen sich, und vor allem eine Perspektive in Frieden. Kann so ein Weg gelingen? Ja. Aber es bleibt eine dauerhafte Aufgabe, gegen politische und auch militärische Widerstände, mit Herausforderungen und auch Opfern. Vicky und Yulieth nehmen Markus Lenz mit in ihre Welt, sie sprechen über Herausforderungen, Probleme, aber auch über Wünsche und Träume und ihren ganz persönlichen Weg in Richtung Frieden sowie die Angst, dass es am Ende nicht reichen könnte, sich Frieden zu wünschen und alles dafür zu tun. Lasst uns gemeinsam schauen, wie Frieden funktionieren und sich anfühlen kann, auch und vor allem nach Jahrzehnten des Krieges. Lasst uns Hoffnung schöpfen und aus Herausforderungen lernen. Das kann das Kino leisten, das muss das Kino leisten. Los gehts! Vom 02.04. – 15.05. sind wir auf Tour, zusammen mit Markus Lenz. Ab dem 01.05. ist der offizielle Kinostart. Wir laden euch hiermit alle herzlich ein, den Film zu besuchen, zu sehen und in euren Kinos zu zeigen. Trotz aller politischer Widrigkeiten, beherzte und cineastische Grüße Rotzfrech Cinema

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A GUARDIA DI UNA FEDE – ein Rück- & Ausblick

Wie schnell es manchmal geht. Gerade noch erzählt Stefan von Erlebnis Fußball, was er für einen grandiosen Film ausfindig gemacht hat, kurze Zeit später sitzen wir schon bei uns im Schambrowski, im kleinsten Kino der Welt, und schauen eben jenen Film und stellen währenddessen bereits fest: Ja, der Film, der gehört ins Kino und das organisieren wir am besten zusammen. Und dann ging es irgendwie noch schneller, nette Gespräche mit Andrea Zambelli (Regisseur) und Andrea Zanoli (Produzent) aus Italien, erste Pläne werden geschmiedet und schon sitzen wir alle an der Übersetzung, und übersetzen und übersetzen und übersetzen. Immer wieder und wieder treibt uns vor allem Stefan an; 8, 9, 10 Mal wird der Untertitel immer wieder überarbeitet. Aber ja, wenn er einmal komplett fertig ist und zwar auf einem Niveau nahe der Perfektion muss man ihn nie, nie wieder anfassen, er ist dann für alle Zeit eingebrannt. Und so kam es dann auch. Und ja, natürlich nicht ohne den Klassiker, zur Deutschlandpremiere in Frankfurt – oh man, war dieser Saal riesig – fällt uns sofort ein kleiner Fehler im Untertitel auf. Aber das gehört nun auch dazu, und ist jetzt eben Teil der Geschichte. 8 Tage, 8 Städte, mit Andrea, Andrea, Stefan und Tom, das war die Idee und der Plan, und so kam es auch. Es waren so viele Eindrücke, dass wir froh sind, immer mal wieder Fotos gemacht zu haben, und vor allem, dass es unsere Reisetradition vorsieht, dass wir zu jeder Tour und an jedem Tag Tagebuch schreiben. Das hält für ewig fest, was dort passiert ist. Und das war wirklich viel. Zu verdanken haben wir dies ganz oft, den vielen netten, engagierten Leute und Gruppen vor Ort. Sie haben vieles organisiert, arrangiert und möglich gemacht. Und wir werden niemals müde dies immer wieder zu betonen: Ohne die Hilfe von so vielen aktiven Leuten, Gruppen und Kurven wäre dieser Film nicht dort, wo er jetzt ist, weder in Deutschland noch in Österreich und der Schweiz. Danke dafür! Nach 8 Tagen mit vollstem Programm, mit allem was man sich vorstellen kann aka Geschenken, Einladungen, Essen, Programm, Führungen, Barabenden, Gesprächen usw. usw. und dazu noch 8 Screenings in wirklich tollen Kinos und 8 Filmgesprächen übernahm in Berlin dann langsam die Erschöpfung das Ruder. Mit letzter Kraft ging es für Stefan und uns nach dem letzten Screening direkt zurück. In tiefer Nacht wurde das Auto leer geräumt, Dinge sortiert, Leute hier und dort rausgelassen, um am Ende das Auto in den frühen Morgenstunden abzugeben. Man ist dann nicht mehr zu vielem in der Lage, randvoll mit Eindrücken, die du gar nicht verarbeitet kriegst, sackten wir zusammen. Schlafen, essen, Ruhe und bloß nicht reden müssen; ja, die Natur hat sich schon ganz nette Mechanismen überlegt, um dir zu signalisieren, dass der Kopf nun voll ist und alles runterfahren sollte.  Fast 2000 Zuschauende waren auf unserer Tour vor Ort. Gefühlt nimmt man jeden wahr, will jedem Gast und allen gerecht werden. Am liebsten hätten wir allen immer wieder danke gesagt, schön, dass ihr hier seid, euch Zeit nehmt, Tickets kauft, das Telefon zur Seite legt, einfach im Kino sitzt und unserem Film eure volle Aufmerksamkeit schenkt. … und jetzt, jetzt bringt A GUARDIA DI UNA FEDE unser Postfach seit fast 3 Monaten zum glühen, ohne Unterlass, dazu noch Messenger jeglicher Couleur und ein Telefon was jeden Tag klingelt; es ist ein Traum und ein Fest, auch wenn wir davon manchmal sehr erschöpft ins Wochenende fallen. Zu sehen, zu hören und zu lesen, wie der Film nicht nur sein Publikum findet, sondern es vor allem auch begeistert, macht uns sehr glücklich. Der Film bebildert und porträtiert nicht nur Bocas Leben und Wirken, sondern auch eine ganze Bewegung, eine Bewegung an engagierten Menschen, die das Stadion, ihre Kurve und ihren Vereins als Sehnsuchtsort, Wirkungsstätte und Freiraum begreifen, und darin die Welt gestalten, wie sie ihnen gefällt. Ein eigener Kosmos über den wir fiel lernten und immer noch lernen; auch Dank Stefan und seiner Erlebnis Fussball Mission, auch dies ist so ein ganz eigener Kosmos, und einer der ehrlichsten und engagiertesten Menschen, den wir in über 12 Jahren Rotzfrech Cinema kennenlernen durften aka mit so einem Menschen teilt man unendlich gern alle Neuigkeiten, Highlights und die viele Freude. Wer mehr lesen und hören mag, sind die folgende Beiträge zu empfehlen: – Sapeur/ Casual Madness Podcast, Gespräch mit Tom von Rotzfrech Cinema– 11 Freunde Interview, mit Andrea Zambelli Schauen wir, wie die Reise weitergeht.Herzlichst & dankend, Euer Filmverleih Rotzfrech Cinema  

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Facebook, bye bye.

Facebook, das wars. „Machs gut“ würden wir jetzt nicht unbedingt sagen, aber ja, wir hatten gute Zeiten und wenn du nicht gewesen wärst, hätten wir damals, vor vielen Jahren, vielleicht den Einen oder die Andere nicht kennengelernt bzw. sie uns nicht. Von daher, sind wir auch ein ganz klein wenig dankbar. Warum es nur ein ganz klein wenig ist? Weil wir ja wissen, wie du gewachsen bist. Unsere Daten, und die Daten von Millionen, haben dich groß gemacht; und mächtig, für unseren Geschmack viel zu mächtig. Aber ja, wir haben dein Netzwerk ja wie gesagt selber genutzt. Und nutzen es mit Instagram auch immer noch. Jetzt haben wir dich einfach gelöscht. Gut versteckt ist dieser Button, und mehrmals wolltest du an unser Gewissen appellieren, hier nicht einfach Schluss zu machen. Doch die Entscheidung war getroffen und unser Kubi kann diesbezüglich sehr hartnäckig sein. Nun bist du weg. Nicht unbedingt weil dein CEO mit Trump auf Kumpel macht und sich ihm anbiedert, das nervt schon auch mächtig, aber nein, wir haben dich einfach nicht mehr gebraucht, genutzt, gepflegt; und dann kann man sich auch trennen. Nun bist du weg. Und irgendwie ist es ganz nett, ohne dich und dein Icon auf unserer Homepage. Wenn wir irgendwann vielleicht auch Instagram hinter uns lassen, weil wir auf anderen Wegen viel enger mit unseren Freunden, Kolleginnen, Interessierten und unserem Publikum sprechen können, dann sagen wir Muddi META dann richtig bye, bye.  Als kleiner Weg dahin, versuchen wir nicht nur unsere Homepage immer frisch zu halten, unser Postfach gut zu pflegen und in engem Kontakt mit Kinos, Filmschaffenden, Kino-Aktivisten und unserem Publikum zu bleiben, sondern auch diesen Blog wieder mehr zu füttern. Und da wir selber um die Leichtigkeit von Handys und schnellen Infos wissen, dachten wir, wir setzen zusätzlich nochmal auf ein anderes nettes Pferd. Hier findet ihr unseren Telegram Kanal: EINGANG – wenn es gute Geschichten gibt, die es lohnt zu erzählen, auch mal mit etwas mehr Text, werden wir sie zukünftig dort veröffentlichen. Es gibt kein SPAM oder Werbung oder Kaufempfehlungen. Es geht eher um die netten Geschichten aus unserem Rotzfrech Cinema Kosmos. Immer mal wieder, wie ein kleiner Blog. Wenn euch danach ist, schaut gern. Dann schließen wir an dieser Stelle dieses Kapitel, und machen ein kleines neues auf. In diesem Sinne,es grüßt und freut sich, Eure Rotzfrech Cinema Crew

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Ein paradigmatischer Guerillakrieg der Symbole

Cripta Djan, einer der Hauptprotagonisten des Films Pixadores und gleichzeitig ein namhafter Aktivist der Pixação Bewegung hat im Jahr 2018 das nachfolgende Manifest verfasst. Unser Freund Hiram hat den Text übersetzt und versucht die in Teilen sehr bildhafte und philosophische Sprache ins Deutsche zu übertragen. Dies ist ihm aus unserer Sicht sehr gut gelungen. Wir finden es wichtig, Djan und seine Perspektive hier zu dokumentieren und sichtbar zu machen; auch um zu verstehen, wie die Pixação Bewegung sich politisch verortet und sich und andere Akteure wahrnimmt. Djans Manifest unterstreicht die politische Kraft und auch Wut, die Pixação in sich trägt. Den Rest lest gern selber: „Der Ungehorsam von Pixação stellt weiterhin die üblichen Grenzen zwischen Kunst und Politik, öffentlich und privat, gut und böse, hässlich und schön, profan und heilig in Frage. In den Favelas wird Pixo als Ornament, als ästhetische und visuelle Identität der Menschen vor Ort betrachtet. Pixo ist in der Tat ein populärer Ausdruck des Widerstands, der Originalität und der Kreativität der Marginalisierten, deren Stimmen nicht gehört werden. In der bürgerliche Stadt, ist Pixação nicht wilkommen, aber der Pixo macht sich zunutze, was ihr zusteht. Im Stadtzentrum wird es als Zerstörung angesehen, aber für uns ist es die (Wieder-)Aneignung des urbanen Raumes, der uns allen gehört. Das ist symbolische Macht und unmittelbare Besetzung. Eine Kryptographie der Machtverhältnisse zwischen Unterdrückern und Unterdrückten, letzten sogar die Würde der Zugehörigkeit zur Gesellschaft abgesprochen wird. Wie können wir auf Gerechtigkeit hoffen, wenn es keine Chancengleichheit gibt? Ohne Chancengleichheit gibt es keine Demokratie. Wir werden von bürgerlichen (kriminellen) Organisationen regiert, denen es nur um Profit und Reichtum geht. Das ist die Kapitalismuskult der Gier. Hier sind ein Auto oder eine Fassade mehr wert als das Leben der Armen und Elenden. Die Reichen haben den Begriff der Freiheit umgestaltet und in ein sehr teures Produkt verwandelt, dass das Privileg einer Minderheit ist. Gewalt wird durch die soziale Ungleichheit verursacht, die verhindert, dass die Stadt zu einem kollektiven Organismus wird. Der Pixo ist nicht gewalttätig, sondern die Mauer, die die Ungleichheit vertieft. Das Gesetz, das allen dienen sollte, dient nur den Eigeninteressen der wohlhabenden Minderheit. Auf diese Weise gibt es meiner Meinung nach keine Möglichkeit einer echten Demokratie für alle. Deshalb ist Pixação ein symbolischer Guerillakrieg, der die selektive Taubheit der Reichen anprangert. Wütende Zärtlichkeit, Geister-Taggen, einsame Seelen in den dunklen Gassen der Stadt. Eine chaotische Ästhetik gegen die etablierte Ordnung, gegen die Gentrifizierung und die Vernichtung des einst öffentlichen Raumes. ‚Pixo‘ ist das Potenzial der Marginalisierten, eine Reihe von Alltagstaktiken im heroischen Vorstellungsbild der Peripherie. Deshalb werden wir weiter ‚Pixo‘ sprühen, damit unser Leben nicht unbemerkt bleibt. Wenn sie versuchen, uns zum Schweigen zu bringen, lasst uns sprühen, denn Pixação ist immer noch der stumme Schrei der Peripherie und wird es immer sein.“ Cripta Djan – Círculo Forte (SP) Brasilien, Februar 2018.

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