Lukas hatte uns irgendwann eine Email geschrieben, klassisch, über unser Kontaktformular. Ein kurzer Text, zu sich und seinem Film. Wolken über Lützerath.
Wir waren damals auch dort; schön im Kleinbus nach Lützi zur großen Demonstration, die vielen, vielen Bilder, der ganze Schlamm und die Stimmung von damals glühen heute immer noch nach. Dazu ein Film, mhm. Ich war neugierig, aber irgendwie auch verhalten; ich glaubte zu wissen, was nun kommt, Aktivist*innen machen dies, RWE macht das. Doch weit gefehlt, es kam alles ganz anders.
Es war schon Abends als ich Lukas Mail öffnete, dem Link zu seinem Film wollte ich dennoch kurz folgen, kurz schauen, ob alles funktioniert; damit, wenn sich die Zeit findet, es sofort in unserem Schambrowski mit der Sichtung losgehen kann.
Die Tür unseres Kinos stand an diesem Abend noch offen, die Wärme des Tages zog angenehm herein. Film ab, kurz schauen was passiert bevor es in den Feierabend geht.
106 Minuten später saß ich immer noch dort. Die Tür war immer noch auf, es war dunkel geworden. Von draußen sah man mich sitzen, am Schreibtisch, eine kleine Leselampe, der Rücken krumm, mein Laptop und Lukas Film leuchteten mir ins Gesicht.
Ich hatte geweint, gelacht, ich war gerührt und bewegt, interessiert, neugierig und vor allem konnte ich nicht aufhören immer weiter zu schauen. Ich wollte diesen Film nicht loslassen. Es gibt eine Stelle – ich werde sie euch nicht spoilern, keine Sorge – da hängt Lukas im Seil, die Bilder kurz vorher, ich konnte es kaum aushalten, ich dachte irgendwann, wie kommt der Film hier wieder raus, und dann: cut, Lukas nimmt die Kopfhörer ab und alles wird ruhig. Diese Szene ist mir bis heute im Kopf. Ich würde wirklich sagen, dass ich diese Szene liebe, und vor allem vergesse ich sie nicht. Ohne, dass ich wusste, was ich in dieser Phase des Films brauchen könnte – inhaltlich, ästhetisch, akustisch – gab Lukas mit diesem cut die richtige Antwort.
Spätestens ab diesem Punkt fühlte ich mich mit WOLKEN ÜBER LÜTZERATH ganz eng verbunden, spätestens jetzt wusste ich, ja Lukas, ich will ganz sehr und unbedingt das dieser Film zu uns kommt. Ich fühle ihn enorm. Danke für deine E-Mail, danke für diesen Film.
In großer Vorfreude auf diese Reise,
Tom
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Nun ist es soweit. Wir gehen auf Tour, mit Lukas und seinem Film, vom 18.-30.05. Wir freuen uns sehr. Nach FASSADEN von Alina Cyranek geht es mit WOLKEN ÜBER LÜTZERATH weiter politisch durchs Land, am 18.05. starten wir in Köln. Weitere Infos folgen. Bis dahin schaut gern auf unsere Filmseite.

