Ein Film von Lukas Reiter

Lützerath, das kleine Dorf im Westen von Nordrhein-Westfalen, direkt neben dem Braunkohletagebau Garzweiler, wer kennt es nicht? Ein Ort, an dem 2022 alles zusammenlief, ein kurzer Moment, in dem das ganzes Land auf die wenigen Häuser, die dort lebenden Menschen und den Widerstand schauten.



Doch warum? 



Der Tagebau Garzweiler gehört dem Energieunternehmen RWE, das seit Jahrzehnten hier Braunkohle fördert. Eine ganze Region ist davon geprägt, viele Gemeinden die verschwanden. Und dennoch, der Hunger nach Land und Kohle ist ungebrochen. Der Kohleausstieg ist längst beschlossen, den Schaufelradbaggern fehlt eigentlich die Perspektive, doch RWE sieht es anders. 2006 beginnen sie in Lützerath mit den Umsiedlungen, 2020 mit den Rodungs- und Abrissarbeiten; die Kohle, sie wollen sie unbedingt. 



Der Widerspruch ist enorm, der Widerstand auch. 



Lange bevor es losgeht und die Bagger dem Tagebau den Weg ebnen, zieht ein breites Bündnis von Aktivist*innen und Bürger*innen, in Absprache mit dem letzten Bewohner von Lützerath, dem Landwirt Eckardt Heukamp, in eben jenen Ort. Niemand wird hier freiwillig gehen, Lützerath bleibt. Die Sorgen um die Klimakrise, die Natur, die Menschen, all das bestärkt eine ganze Bewegung darin, diesen Ort, der wie kaum ein anderer die Widersprüche auf engstem Raum zusammenführt, unwidersprochen aufzugeben. 

Die Bilder des Widerstandes, der Polizei, der Bagger und von RWE gehen durch die Presse, in ganz Deutschland und der Welt. Lukas Reiter hat diese Bilder auch. Doch sein Zugang ist ein anderer. Er will zeigen, was hier passiert, wie ein solcher Ort funktioniert, wie die Menschen hier leben und die Bewegung sich im Inneren organisiert. Sechs Monate lebt er in Lützerath, als Teil des Widerstandes und als Beobachter, schaut hin, befragt, beobachtet die Menschen, die jetzt hier leben, sich einbringen, Menschen, die politisch und vor Ort alles tun, um das Dorf nicht zu verlieren.



Sein Blick ist dabei so tief, so interessiert und umsichtig, dass es ihm gelingt die Bewegung – frei von Klischees und Vorbehalten – eindrucksvoll aufzufächern; nahbar, selbstkritisch und auch immer wieder mit einer Portion angenehmer Leichtigkeit. Dabei immer im Fokus: Blinker, Ronni und Kathrin – sie könnten unterschiedlicher nicht sein, sind sich in der Sache aber einig: für sie verläuft in Lützerath die 1,5 Grad Grenze. 



Ronni, mit langjährigen Aktivismus-Erfahrungen aus dem Hamacher Forst und Presse-Aktivistin in Lützerath konzentriert sich vor allem auf die Medienstrategie des Ortes. Sie sagt, Deutschland würde die Klimaziele überschreiten, wenn die Kohle unter Lützerath verbrannt wird. Blinker hat mit FridaysForFuture angefangen, doch wohnt jetzt in dem besetzten Dorf, um es mit ihrem Körper und Barrikaden zu verteidigen. Kathrin Henneberger war früher Sprecherin der Grünen Jugend und hat jahrelang Protest gegen den Braunkohleabbau in ihrer Heimat mit dem Aktionsbündnis „Ende Gelände“ organisiert. Seit 2021 ist sie Mitglied des Bundestags für die Grünen und kämpft dort für den Erhalt des Dorfes.



WOLKEN ÜBER LÜTZERATH, ein Film über Wut, Widerstand, Hoffnung und eine Perspektive, die uns versichert: Lützi lebt, auch wenn das Dorf nicht mehr steht!


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Regie
Lukas Reiter

Produktion
Filmakademie Baden-Württemberg; in Kooperation mit Transparent Film

Kinostart
18.05.2026

Sprache
Deutsch

Untertitel
Englisch

Laufzeit
106 Minuten

FSK
ab 12 Jahren freigegeben

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